Vor zwei Wochen fand in Dresden die Deutsche Senioreneinzelmeisterschaft im Schnellschach (15 min+10 Sekunden Inkrement) statt.

Gespielt wurden je drei Runden pro Tag, insgesamt 9 Runden. Aus Ludwigshafen war Andreas Gypser am Start, Deutscher Meister 2025 in dieser Disziplin. Insgesamt nahmen 60 Teilnehmer Teil. Die Gruppen Ü50 und Ü65 spielten in einer gemeinsamen Gruppe mit separater Auswertung, ein Gesamtklassement gab es nicht.

Am ersten Tag lief es mit 3/3 glänzend. In der ersten Runde gelang ein ungefährdeter Sieg mit Schwarz gegen einen niedriger gerateten Gegner. In der zweiten Partie profitierte Andreas davon, dass der Gegner ausgangs der Eröffnung Qualität und Bauer einstellte, diesen Vorteil knonte er dann sicher verwerten. Gegen FM Thomas Wessendorf (Essen) hing die Stellung mit Schwarz nach der spanischen Eröffnung am seidenen Faden. Mit 90 Sekunden mehr auf der Uhr konnte Gypser aber Druck ausüben. bis Weiß am Ende eine Mattkombination übersag. Das bedeutete nach Tag 1 den ersten Platz.

Am zweiten Tag wartete dann der an Nummer 1 gesetzte IM Dubiel, der eine unangenehme Fortsetzung im e6 Sizilianer wählte. Andreas konnte aber gerade noch das Remis halten. In den verbleibenden beiden Partien des zweiten Tages gab es aber dann zwei Niederlagen gegen FM Karsten Schulz und IM Klundt, beide im Grunde chancenlos. Damit war Andreas wieder in der Realität angekommen, 3,5 aus 6 war nicht schlecht, aber bis zu den 6 aus 9 aus dem Vorjahr war doch noch ein großes Stück Arbeit zu leisten.
Am dritten Tag gewann Gypser in der 7. Runde gegen WIM Jana Steinberg nach Zeitüberschreitung durch die Gegnerin- kurios wenn man bedenkt, dass das Inkrement 10 Sekunden betrug. Eine Glanzpartie folgte dann in der achten Runde mit Weiß, in der Andreas die gegnerische Königsstellung mit zwei Opfern zertrümmerte und in ungefähr 20 Zügen matt setzte.

Jetzt standen also 5,5 Punkte zu Buche und in der letzten Runde gab es noch einmal Schwarz gegen FM Kai Wolter. Dessen Eröffnungswahl war unglücklich, weil Gypser die gewählte Nebenvariante aus dem Italienischen Variantenkomplex gut kannte. Es entstand ein leicht besseres Endspiel für Schwarz, das Zug um Zug besser für Schwarz wurde. Schliesslich könnte Andreas den Vorteil nach Bauerngewinn mit einem Mattangriff realisieren. 6,5 Punkte: nach langem Warten auf die Feinwertung der Plätze 3 bis 5 stand dann fest dass Andreas Gypser Dritter wurde und damit zum zweiten Mal nacheinander die Deutsche Schnellschach Meisterschaft auf einem Podestplatz beenden konnte. Herzlichen Glückwunsch!
PS. Andreas spielte auch zum ersten Mal bei der Deutschen Seniorenmeisterschaft im klassischen Schach mit. Auch hier lief es gut. Mit 6 Punkten aus 9 Partien und einer ELO Leistung von 2245 konnte er auch hier zufrieden sein. In einzelnen Partien speziell der letzten Runden wäre durchaus noch mehr dringewesen. Möglicherweise läßt sich das ja in den kommenden Jahren weiter ausbauen… .